Lohnt sich Photovoltaik fürs Gewerbe 2026? Rechnung + Förderung
Photovoltaik fürs Gewerbe lohnt sich 2026 in vielen Fällen — aber nicht für jeden Betrieb. Die Antwort hängt von Dachfläche, Eigenverbrauchsquote und aktuellem Strompreis ab. In diesem Ratgeber rechnen wir durch, wann sich eine gewerbliche PV-Anlage wirklich rechnet.
Grundlegende Faktoren für die Wirtschaftlichkeit
Eigenverbrauchsquote
Das ist der wichtigste Faktor. Eine gewerbliche PV-Anlage lohnt sich umso mehr, je höher der Eigenverbrauch ist. Ursache: Für selbst erzeugten und verbrauchten Strom sparen Sie den kompletten Bezugspreis (ca. 26–30 ct/kWh). Für ins Netz eingespeisten Strom erhalten Sie nur die Einspeisevergütung (ca. 7–10 ct/kWh bei Inbetriebnahme 2026).
Günstige Eigenverbrauchsprofile:
- Produktionsbetriebe mit Tagschicht — hoher Verbrauch tagsüber
- Kühlhäuser und Logistik — kontinuierlicher Verbrauch
- Industriebetriebe mit laufenden Maschinen
Ungünstige Profile:
- Restaurants mit Abend-Schwerpunkt — Produktion tagsüber, Verbrauch abends
- Büros die nur 5 Tage/Woche belegt sind
Dachfläche und Ausrichtung
Als Faustregel: 1 kWp PV-Leistung benötigt ca. 6–8 m² Dachfläche. Eine 50 kWp-Anlage für ein mittelgroßes Gewerbegebäude braucht ca. 300–400 m² — das passt auf die meisten flachen Gewerbedächer.
Ideale Ausrichtung: Süd, Neigung 15–30°. Ost-West-Ausrichtung ist ebenfalls sinnvoll — breiteres Ertragsprofil über den Tag.
Kostenrechnung: 50 kWp Gewerbedach
| Posten | Betrag | |--------|--------| | Investitionskosten | ca. 50.000–65.000 € netto | | Jährlicher Ertrag | ca. 50.000 kWh | | Eigenverbrauchsquote | 60% = 30.000 kWh | | Eigenverbrauchsersparnis | 30.000 × 0,28 € = 8.400 €/Jahr | | Einspeisevergütung | 20.000 × 0,082 € = 1.640 €/Jahr | | Jährlicher Ertrag gesamt | ca. 10.040 €/Jahr | | Amortisationsdauer | ca. 6–7 Jahre |
Nach der Amortisation produziert die Anlage weitere 15–18 Jahre Strom mit minimalen Wartungskosten.
Förderungen für gewerbliche PV-Anlagen 2026
KfW-Programm 270 (Erneuerbare Energien)
Zinsgünstiger Kredit bis 150 Mio. € für PV-Anlagen, auch für Gewerbe. Aktueller Zinssatz: 4,5–5,5% p.a. (variabel nach KfW-Konditionen).
Bayerisches Förderprogramm (BayernFonds)
Bayern fördert Solaranlagen auf Gewerbedächern über den Freistaat-Bayern-Fonds. Details variieren — aktuell am besten beim Landesamt für Umwelt anfragen.
Steuerliche Vorteile
- Degressive Abschreibung (AfA): PV-Anlagen können mit 25% degressiv abgeschrieben werden
- Umsatzsteuer: Seit 2023 gilt 0% USt auf Kauf und Installation von PV-Anlagen (auch gewerblich, wenn Anlage ≤ 30 kWp)
Für welche Betriebe lohnt sich PV besonders?
- Logistik und Speditionen mit großen Hallendächern
- Industrie und Produktion mit hohem Tagesverbrauch
- Lebensmittelbetriebe mit Kühlung (24/7 Verbrauch)
- Bürogebäude mit mehr als 500 m² Dachfläche
Fazit: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Photovoltaik fürs Gewerbe lohnt sich 2026, wenn:
- Der Eigenverbrauch voraussichtlich über 50% liegt
- Das Dach süd- oder ost-west-orientiert und frei von Verschattung ist
- Der aktuelle Strompreis über 24 ct/kWh liegt
- Eine Finanzierung zu unter 5% p.a. möglich ist
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